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Commodore Amiga

1994

Der Tag, an dem Commodore zumachte

Am 29. April 1994 übergab Commodore sein Vermögen den Gläubigern. Der Amiga ging danach an eine deutsche Firma, die ebenfalls pleiteging, an einen US-PC-Hersteller und an eine Reihe weiterer Besitzer.

Am Freitag, dem 29. April 1994, gab Commodore International am Ende des Tages in West Chester, Pennsylvania, bekannt, dass es schließen und sein Vermögen zugunsten der Gläubiger an Verwalter übergeben werde. Die Aktie stand an der New Yorker Börse bei 87,5 Cent, nachdem sie um die 3 Dollar gelegen hatte. Das letzte Quartal hatte einen Verlust von 8,2 Millionen Dollar bei 70,1 Millionen Umsatz gebracht; im selben Quartal des Vorjahres waren es 77,2 Millionen Verlust bei 237,7 Millionen Umsatz gewesen [1].

Das CD32, im September 1993 erschienen, galt intern als Alles-oder-nichts-Maschine [3]. In Europa wurden rund 100.000 verkauft, 25.000 davon in Deutschland [2], und die Associated Press schrieb damals, es habe sich auf dem Markt, auf dem die Firma den Großteil ihres Geschäfts machte, schlecht verkauft [1]. In den USA erschien es gar nicht erst: Commodore schuldete Cad Track 10 Millionen Dollar Lizenzgebühren für das Patent auf ein XOR-Verfahren, und ein Bundesrichter verbot der Firma, überhaupt irgendetwas ins Land einzuführen. Die für den US-Start gebauten Konsolen blieben in der Fabrik auf den Philippinen, bis die Schulden beim Fabrikbesitzer bezahlt waren [2].

Die für Amerika gebauten Konsolen saßen auf den Philippinen fest: Ein Richter hatte Commodore jeglichen Import verboten.

Die Liquidation begann auf den Bahamas. 1994 machten nur noch die Niederlassungen in Kanada, Deutschland und Großbritannien Gewinn [3]. Das Vermögen wurde ausgeschrieben, und im April 1995 kaufte es die deutsche Escom für 14 Millionen Dollar, vor allem, um die Marken Commodore und Amiga zu bekommen, und stach dabei Angebote von Dell und Creative Electronics International aus [3] [4].

Escom baute den A1200 1995 wieder, für 399 Pfund, mit zwei Spielen, sieben Anwendungen und AmigaOS 3.1 [5]. Aber Escom selbst wuchs zu schnell: Die Firma verlor 185 Millionen Mark, meldete ohne Unterstützung der Aktionäre am 15. Juli 1996 Konkurs an und wurde liquidiert [4]. Der A1200 wurde in jenem Jahr eingestellt [5].

Im März 1997 kaufte Gateway 2000, ein US-amerikanischer PC-Hersteller, das geistige Eigentum am Amiga und die Patente von Commodore; die Marke Commodore landete bei der niederländischen Tulip [3] [4]. Am 31. Dezember 1999 verkaufte Gateway die Urheberrechte und die Amiga-Marken an Amiga, Inc., behielt aber die Patente, die Acer 2007 kaufen sollte [3].

Das war der Beginn eines langen Lebens nach dem Tod. Die Marke ging von Hand zu Hand [3] [4], aber hinter dem Amiga stand nie wieder eine Firma von der Größe Commodores. Am Leben hielt ihn eine Community, die bis heute Platinen, Beschleunigerkarten und Spiele baut. Von dieser Sturheit leben Werkstätten wie unsere.

Quellen

  1. [1]Commodore Bankruptcy: Associated Press 1994 · commodore.ca (texto da Associated Press), 1994
  2. [2]Amiga CD32 · Wikipédia (en)
  3. [3]Commodore International · Wikipédia (en)
  4. [4]Escom AG · Wikipédia (en)
  5. [5]Amiga 1200 · Wikipédia (en)