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68010.chip

DIP-64 · MC68010P10 · Zeichnung, kein Foto

Motorola 68000Motorola

1982

Motorola 68010

Der korrigierte 68000: echter virtueller Speicher und ein Trick für kurze Schleifen.

Der 68010 von 1982 passt in denselben Sockel wie der 68000 und behebt, was für virtuellen Speicher und virtuelle Maschinen fehlte. Kein Amiga hatte ihn ab Werk, aber er ist das einfachste Upgrade, das man einem A500 gönnen kann.

Bit intern
32
Bit Bus
16
MHz höchstens
12,5
adressierbar
16 MB

Was dem 68000 fehlte

Der 68000 hatte ein Problem für alle, die virtuellen Speicher wollten, die Technik, bei der das System mehr Speicher vortäuscht, als es hat, und das Fehlende von der Festplatte holt. Wenn ein Befehl auf Speicher zugreifen will, der nicht da ist, muss der Prozessor anhalten, warten, bis das System ihn beschafft, und dann weitermachen. Der 68000 speicherte nicht genug Informationen, um einen Befehl mittendrin fortzusetzen.

Der 68010, 1982 erschienen, löst das: Bei einem Busfehler legt er seinen internen Zustand auf dem Stapel ab und kann den Befehl danach fortsetzen. Damit konnten Unix-Systeme wie die von Sun virtuellen Speicher mit einem Prozessor der Familie nutzen.

Die Unterschiede im Inneren

Der Befehl MOVE from SR, der das Statusregister des Prozessors liest, wurde privilegiert: Ein normales Programm, das ihn nutzt, löst eine Ausnahme aus. Damit erfüllt der 68010 die Anforderungen von Popek und Goldberg für Virtualisierung, und ein System kann ein anderes darüber laufen lassen, ohne dass dieses den Unterschied merkt. Zum Ausgleich kam MOVE from CCR hinzu, der nur den Teil liest, der für Programme wichtig ist.

Neu ist ein Register, das VBR, das angibt, wo die Ausnahmetabelle beginnt, statt dass sie immer bei Adresse null liegt. Neu ist auch der Schleifenmodus (loop mode): Besteht eine Schleife aus nur einem kurzen Befehl gefolgt von einem DBcc, behält der Prozessor sie intern und holt sie nicht mehr bei jedem Durchlauf aus dem Speicher. Bei einer einfachen Speicherkopie spart das viel Zeit.

Nach außen gleicht er fast dem 68000: 16-Bit-Datenbus, 24 Adressbits und 16 MB. Motorola verkaufte ihn mit 8, 10 und 12,5 MHz, als DIP mit 64 Pins, PLCC mit 68 und PGA mit 68. Es gab auch den 68012 mit 31 Adressbits, bis 2 GB.

Wo er eingesetzt wurde

Er steckte in Workstations von Sun (Sun-2) und Apollo (DN300 und DN320), im HP 9000 Modell 310 und im AT&T UNIX PC (3B1). In der Spielhalle nutzte Atari ihn zum Beispiel für Marble Madness von 1984.

Bei den Heimcomputern blieb er im Schatten des billigeren 68000, und der 68020 kam schon 1984.

Der 68010 im Amiga

Kein Amiga verließ das Werk mit einem 68010. Weil er aber pinkompatibel zum 68000 im DIP mit 64 Pins ist, reicht es, in einem A500, A1000 oder A2000 den einen heraus- und den anderen hineinzustecken. AmigaOS erkennt den Prozessor, ohne dass du etwas installieren musst.

Der Gewinn liegt insgesamt bei etwa 10 % bei gleichem Takt. In kurzen Schleifen kann der Schleifenmodus deutlich mehr bringen, und es gibt Spiele, die den Prozessor stark beschäftigen, bei denen man den Unterschied merkt.

Der Preis dafür ist MOVE from SR. Manche alten Programme nutzen den Befehl im Benutzermodus und stürzen dann ab. Für diese Fälle gibt es Programme wie DeciGEL, die die Ausnahme abfangen und die Arbeit an Stelle des Befehls erledigen.

Wusstest du…

  1. Der Befehl, der auf dem 68010 Programme kaputtmachte, ist derselbe, der auf allen späteren Prozessoren der Familie Ärger macht: 68020, 68030, 68040 und 68060.

  2. Dank VBR kann WHDLoad zur Workbench zurückkehren, wenn du die Beenden-Taste drückst, was auf einem 68000 nicht geht.

  3. Der Schleifenmodus funktioniert wie ein winziger Cache: Er hält nur zwei Befehle, den für die Arbeit und den für den Sprung.

  4. Das Datenblatt von Motorola nennt 57 Befehlstypen, einen mehr als beim 68000.

  5. Auch Besitzer von Atari ST und Mega Drive machten denselben Prozessortausch wie beim A500.

  6. Sun wechselte vom 68000 in der Sun-1 zum 68010 in der zweiten Generation, der Sun-2.

Wo er steckt

Keiner der Rechner auf dieser Seite kam ab Werk mit diesem Prozessor: Er kam per Beschleunigerkarte in die Amigas, die wir auch einbauen.